Sashiko & Boro

Sashiko = kleine Stiche, Boro = Flicken, geflickte Kleidung

Auf Grund der fehlenden Ressourcen und Materialknappheit wurden in Japan Textilien immer wieder mit Stoffflicken übernäht und geflickt und dann mit kleinen Stichen und Mustern überstickt.

So wurden sie stabil und haltbar und es ergab sich eine neue Ästhetik des Einfachen und Unvollkommenen. Das ist eine Grundlage des Wabi Sabi: Die Reparatur soll sichtbar bleiben und trägt zum Stil der Kleidung bei. Fehler von Objekten werden geschätzt und betonen die Philosophie des Unvollkommenen, aber auch der Individualität.

Außerdem ist es ein Ausdruck des Mottainai, das Bedauern und Entgegenwirken, dass etwas verschwendet wird.

Eine tausende Jahre alte japanische Sticktechnik, die sich besonders gut eignet, zerschlissene Kleidung zu verstärken, zu verändern und zu verschönern. Es basiert auf einem Raster von Mustern aus parallel verlaufenden und sich kreuzenden Linien von Stichen, bzw. auf einfachen geraden oder gekrümmten Linien, die man mit so vielen Stichen füllt, um von einem Punkt zum nächsten zu kommen. 

Durch das Zusammenspiel von Flicken und Stickerei entstehen lässig harmonische Improvisationen. Dadurch werden Kleidungsstücke nicht nur repariert, sondern auch zu individuellen Prunkstücken aufgewertet. 

Gelebte Nachhaltigkeit: Die Technik bietet viele Möglichkeiten dem aktuellen Konsum- und Wegwerftrend von billigen Textilien wieder mit Wertschätzung von Qualität und des Vorhandenen entgegen zu treten.

Sie lernen den Sashiko Grundstich mit seinen faszinierenden Variationsmöglichkeiten und die gekonnte Kombination von Materialen und Farben, um Textilien kunstvoll, aber auch haltbar und waschbar zu gestalten.

Mit einigen einfachen Grundstichen kann man vielfältige Möglichkeiten schaffen. Die Technik ist auch für absolute Neuanfänger geeignet. Der einfachste Stickstich der Welt kann 1000fach variiert und in seiner Komplexität gesteigert werden.

Sashiko ist meditativ, entschleunigend, kreativ, und - Vorsicht! - süchtigmachend.